Santo Domingo - das
Athen der Neuen Welt
Die Hauptstadt (im Volksmund: "La capital")
liegt im Süden des Landes am Karibischen Meer. Sie
entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zu einem
Schmelztiegel von ca. 3,1 Millionen Einwohnern (die
Dunkelziffer in den Elendsvierteln ist hoch). Ihre
Geschichte beginnt mit der Eroberung der Neuen Welt.
Nachdem die erste Ansiedlung La Isabela nordwestlich von
Puerto Plata von ihren spanischen Erbauern aufgegeben
worden war, begann Bartolomé Colón am Ostufer des Río
Ozama nahe der Mündung am 4.8.1496 mit dem Bau des Ortes
Nueva Isabel. Wenige Spuren von Fundamenten und die gut
restaurierte kleine Kirche Nuestra Señora. del Rosario
befinden sich auf dem Gelände der staatlichen
Getreidemühle (zu erkennen an den Silos).
Verlässt man die Stadt über die Puente
Mella und geht auf der Avenida España nach rechts,
gelangt man - vorbei am Monumento de la Caña
(Zuckerrohrmonument), der Zufahrt zur schwimmenden
Brücke und dem Jachthafen - zum Eingang in das
Werksgelände. Der Wächter lässt Sie passieren, wenn Sie
nach der Kirche fragen. Schon nach wenigen Jahren wurde
diese Ansiedlung von einem Hurrikan zerstört. Deshalb
wurde auf Befehl des Gouverneurs von Hispaniola, Nicolás
de Ovando, im Jahre 1502 die Ortschaft an das Westufer
verlegt. Daraus entstand das heutige Santo Domingo de
Guzmán.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts
entwickelte sich die Stadt schnell zum Mittelpunkt der
spanischen Kolonialisierung im karibischen Raum. Bereits
1506 wurde sie zum Bischofssitz erklärt, und fünf Jahre
später ernannte der spanische Vizekönig Diego Colón sie
zur Hauptstadt des Vizekönigreichs Hispaniola. Doch
schon 1535 verlegte der Vizekönig seinen Sitz von Santo
Domingo nach Mexico City. Neue Entdeckungsfahrten nach
Süd- und Mittelamerika weckten das Interesse von
Conquistadoren, und Santo Domingo wurde nur noch zur
Umschlagstelle von Schätzen, die aus den neu eroberten
reicheren Kolonien kamen.
Im Jahre 1586 plünderte und verwüstete
Sir Francis Drake die Stadt. Ende des 16. Jahrhunderts
verlor sie mehr und mehr an Bedeutung, verarmte und war
dem Verfall preisgegeben. Erst in der Mitte des 18.
Jahrhunderts gab es einen kurzen Aufschwung. Der
eigentliche Wiederaufbau begann zu Anfang des 20.
Jahrhunderts.
Erdbeben zerstörten 1673, 1684, 1842 und
1946 große Teile der Stadt. Im 20. Jahrhundert waren es
vor allem Wirbelstürme, die ihre Spuren hinterließen.
Der folgenschwerste Hurrikan im Jahre 1930 löste neben
der fast vollständigen Zerstörung von Santo Domingo auch
eine wirtschaftliche Katastrophe aus. Weitere
Wirbelstürme in den Jahren 1979 und 1998 kosteten
hunderte von Menschenleben und richteten Schäden in Höhe
von mehreren Millionen US$ an.
Während der Trujillo-Ära hieß die Stadt
Ciudad Trujillo (1936-1961). Seit einigen Jahren werden
die noch vorhandenen Bauwerke aus der Kolonialzeit
restauriert. Sie befinden sich fast ausschließlich in
der Altstadt (Zona Colonial), am Westufer des Río Ozama.
Altstadt: (Ciudad Colonial - sehr
empfehlenswert)
Wenn Sie an der Historie der Stadt und
den Einzelheiten interessiert sind, sollten Sie auf eine
Führung durch einen der Guides verzichten. Die wissen
wenig mehr als die Namen der wichtigsten Bauwerke.
Nehmen Sie einen guten Reiseführer oder machen Sie einen
völlig zwanglosen Bummel. Es gibt viele Tafeln an den
Sehenswürdigkeiten, die Sie lesen können. In der Ciudad
Colonial ist auch die Einkaufsstrasse "El Conde", gut
für einen geruhsamen Einkaufsbummel.
Westlicher Stadtbereich:
Im westlichen Stadtteil Gazcue liegt an
der Av.
Pedro Henríquez Ureña/Av.
30 de Marzo der Palacio Nacional.
Das Gebäude mit seinem Kuppelbau ist eine
Nachbildung des Kapitols in Washington und wurde von
1944-47 unter Trujillo errichtet. Er dient heute als
Regierungssitz. In dem 18.000 qm großen Gebäude ist die
Empfangshalle, der Salón de las Cariátides, deren Säulen
mit 44 Figuren verziert sind, besonders eindrucksvoll.
Führungen:
Mo, Mi, Fr; die Zeiten richten sich nach dem
Besucherandrang. Es kann nur ein Teil der Räume
besichtigt
werden; Zutritt nur mit bedeckten Armen
und Beinen gestattet.
Geht man auf der Avenida Pedro Henríquez
Ureña weiter nach Westen, kommt man zum Parque de la
Cultura. In dem ruhigen, sauberen und weiträumigen Park
entstand 1966 ein Kulturzentrum mit mehreren Museen, dem
Nationaltheater und der Nationalbibliothek sowie
verschiedenen Galerien. Zu den interessantesten Museen
zählt das Museo del Hombre Dominicano (Ethnologisches
Museum), das über mehrere Stockwerke in einer
eindrucksvollen Ausstellung das Leben der Bewohner seit
Beginn der Besiedlung bis in die Gegenwart zeigt. In der
vierten Etage ist eine interessante Sammlung von
Karnevalsmasken und -kostümen. Auch das Fahrzeug, das
der Papst vor einigen Jahren bei seinem Besuch benutzte,
hat hier einen Platz gefunden. An der Ostseite steht auf
dem Außengelände eine restaurierte, kleine Lokomotive
(außer Mo 10.00-17.00, 10 RD$).
Im Museo de Historia y Geografía (Museum
für Geschichte und Geographie) sind historische
Landkarten und Dokumente sowie eine Sammlung von
verschiedenen Gegenständen aus dem Besitz Trujillos zu
besichtigen (außer Mo 10.00-17.00, 10 RD$).
Das Museo de Historia Natural
(Naturhistorisches Museum) präsentiert eine umfangreiche
Ausstellung an Mineralien des Landes. Neben heimischer
Fauna und Flora wird der frühe Bergbau in Bildern
dokumentiert. Manchmal wird ein Film- und Diavortrag
angeboten. (außer Mo 10.30-17.30), T689-0106.
In der Biblioteca Nacional
(Nationalbibliothek), einem Gebäude aus Beton und Glas,
werden rund eine Million Bücher, Magazine und
Zeitschriften aufbewahrt.
In der Galería de Arte Moderno (Galerie
der modernen Kunst) ist eine ständige Ausstellung von
Werken dominikanischer und internationaler Künstler
(9.00-18.00, 20 RD$).
Zentrum des Kulturparks ist das Teatro
Nacional (Nationaltheater). Es bietet rund 1.700
Zuschauern Platz. Hier finden Ballett- und
Opernaufführungen sowie Konzerte statt. Das
Veranstaltungsprogramm ist den Tageszeitungen (Listín
Diario, Hoy) zu entnehmen. Eine Kartenvorbestellung ist
unter Tel.: 687-9131 möglich. Die Karten müssen eine
halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung an der Kasse
abgeholt sein.
An der
Avenida Alma Mater, zwischen der Avenida José Contreras
und der Avenida Aristides Frello, liegt die Universidad
Autónoma de SantoDomingo (UASD).
Das weitflächige Gelände war oftmals
Schauplatz blutiger Zusammenstöße zwischen Studenten und
dem Machtapparat. Hier haben sich Händler mit ihren
Ständen niedergelassen, und man trifft immer Studenten,
die zu einem Gespräch bereit sind.
Etwa zehn Autominuten weiter westlich
erstreckt sich parallel zur Küste zwischen der Avenida
Anacaona und der Avenida Mirador del Sur der relativ
schmale, ca. 6 km lange Parque Mirador del Sur. Er zählt
zu den meist besuchten Parks der Stadt. In ihm befinden
sich einige Tropfsteinhöhlen, in denen Taínos gelebt
haben sollen. Die bekannteste ist die zu einem
Restaurant und einer Diskothek ausgebaute
Millenary-Grotte. Neben einer vielfältigen Vegetation
bietet der Park ein reichhaltiges Angebot an sportlichen
Möglichkeiten.
Botanischer Garten( Jardín Botánico):
(sehr empfehlenswert)
Im Nordwesten der Stadt, im Bezirk Arroyo
Hondo, liegt der Jardín Botánico Dr. Rafael Ma.
Moscoso.
Tel.: 567-6211/13, F563-2525, Email:
j.botanico@codetel.net.do
Das rund 180 ha große Gelände zählt zu
den größten botanischen Gärten im karibischen Raum und
wurde nach dem bekanntesten dominikanischen Botaniker
benannt. Es ist keine Anlage nach deutschem Muster,
sondern eher gestaltete Landschaft mit nur wenigen
Pflanzenbezeichnungen. Wer hofft, hier die Namen der
Pflanzen zu finden, die ihm täglich begegnen, wird
enttäuscht sein.
Zu
empfehlen besonders der
große Rundweg. Im nordwestlichen Teil der Anlage liegt
der Japanische Garten. Einen Besuch sollte man auch dem
Museum (3 RD$) abstatten. Für eine Fahrt durch das
weitläufige Gelände steht eine kleine Bahn zur
Verfügung,
Preis: 20 RD$, Kinder 7 RD$. (Stand: Jan.
2003) Für den, der sich in Ruhe den Garten ansehen
möchte, ist der frühe Vormittag die beste Zeit
(9.00-18.00) Eintritt: 20 RD$, Kinder 5 RD$ (Stand: Jan.
2003).
Im Souvenirpavillon gibt es einen Plan
der Anlage in spanisch und englisch, 10 RD$.
Anfahrt: Guaguas(5) fahren die Avenida W.
Churchill entlang zum botanischen Garten. Wer über die
Avenida Kennedy kommt, steigt am Sendemast von
Teleantillas um.
Interessant ist das Orquidearium in der
Ca. Dr. José A. Polanco, einer Querstraße zur Ca. Luis
Amiama Tió (östlich des Botanischen Gartens); Tel.:
565-1930. Hier kann man eine großartige Orchideenzucht
bewundern und Orchideen mit einer Ausfuhrbescheinigung
kaufen, die unbedingt erforderlich ist.
Nordöstlich des Botanischen Gartens liegt
etwa 20 Fußminuten entfernt der Parque Zoológico
Nacional,
http://wwww.tempus.net/zoologico.
Das rund 10 ha große Gelände hat neben mehreren großen
Freigehegen einen Kinderzoo. Die Anzahl der Arten ist
gering. Beeindruckend sind zwei Kolonien Flamingos und
unzählige Leguane und Krokodile. Eine kleine Bahn fährt
durch das Gelände (9.00-18.00, 15 RD$ inkl. Bahnfahrt).
Anfahrt: Fahren Sie zur Avenida
Tiradentes. Hier fährt die Linie 8 bis zur rotonda. Den
letzten km muss man gehen.
Östlicher Stadtteil:
Auch in dem östlich des Río Ozama
gelegenen Stadtteil gibt es einige Sehenswürdigkeiten.
Nach Überqueren der Puente Mella biegt man an der
Avenida Faro a Colón rechts ab und gelangt zum Faro a
Colón (Di-So 9.00-17.30, Eintritt: 20 RD$, Kinder 5
RD$). Die Grundfläche des 237 m langen Monumentalbaus
ist ein riesiges Kreuz. Die max. Breite beträgt 52 m.
Darin sind außer dem Grabmal des Kolumbus ein Museum und
einige Festhallen untergebracht. Die ersten Pläne zu
diesem Bauwerk stammen von einem Architekturstudenten
aus Manchester und wurden schon 1929 von einer
internationalen Kommission ausgezeichnet. Unter Trujillo
begann man mit den ersten Bauarbeiten. Doch als ihm zu
Ohren kam, dass er nach Fertigstellung ermordet werden
sollte, ließ er sie einstellen. 1986 wurden sie wieder
aufgenommen. Das 100-Millionen US$ teure Bauwerk wurde
unter großen Anstrengungen Anfang 1992 fertig gestellt.
Im Rahmen der 500-Jahr-Feier der Inselentdeckung weihte
der Papst es ein.
Auf dem Faro wurde ein weit sichtbares
Laserlicht installiert. Es ist grotesk und zynisch, wenn
der Laserstrahl ein Kreuz an den Himmel wirft und die
umliegenden Stadtteile unter einer nicht
funktionierenden Strom- und Wasserversorgung leiden. Der
Faro ist nicht unumstritten. Für den Bau wurden Häuser
der umliegenden Barrios (Stadtviertel) abgerissen und
die Menschen vertrieben.
Im Osten schließt sich der Parque Mirador
del Este an. An seinem östlichen Ende liegt an der
Avenida Las Américas die schönste Sehenswürdigkeit des
östlich Stadtteils, Los Tres Ojos (Die drei Augen). Dies
sind Süßwasserseen, die sich etwa 10 m unter der Erde in
einer Höhle befinden und durch unterirdische Wasserläufe
gespeist werden. Die Höhlendecke ist weitgehend
eingebrochen. In den Höhlen sollen einst Taínos gewohnt
haben. Nach dem Einstieg zur “Unterwelt” erreicht man am
Ende der Treppe den ersten glasklaren See, der eine
Tiefe von 5,5 m hat. Etwa 20 m entfernt führt eine
weitere Treppe abwärts zum zweiten See. Diesen kann man
mit einer Seilfähre (5 RD$) überqueren und gelangt zu
einer weiteren Höhle mit einem See. Er ist mit steil
aufragenden Felswänden und üppigem Farnbewuchs umgeben.
Machen Sie diese Fahrt, besonders um die Lichteffekte zu
genießen, auch wenn die Führer behaupten, sie sei zu
gefährlich. Sie sagen dies nur, um die Gruppen schnell
durch die erste Höhle zu schleusen. Das kleinste der
drei Augen, das Frauenauge, liegt nahe dem Ausgang. Die
schwangeren Indianerfrauen sollen vor der Entbindung
hinein gestiegen sein, um die Geburt zu erleichtern.
Viele Geschichten und Legenden werden heute noch über
die Seen erzählt. Das Baden ist verboten (08.30-17.30,
Eintritt: 20 RD$, bis 13 Jahre 5 RD$). Morgens sind die
Lichteffekte im ersten See am schönsten. Nehmen Sie sich
auch die Zeit, oben einen Rundgang um die Höhlen zu
machen.
Etwa 2 km östlich des Faro a Colón, (ca.
4 km von der Pontonbrücke über den Río Ozama) liegt an
der Avenida de España das Acuario Nacional. Das Aquarium
wurde mit einem Aufwand von über 20 Mill. US$ erbaut und
ist seit November 1990 der Öffentlichkeit zugänglich. Es
soll das größte und vollständigste im karibischen Raum
sein. Auf einer Grundfläche von 4.600 qm ist in Süß- und
Salzwasserbecken die Vielfalt der tropischen Fischwelt
zu bewundern. Neben den heimischen Riff- und
Meeresbewohnern gibt es eine Reihe anderer Arten (Di-So
9.30-17.30, Eintritt: 15RD$). Auf Anfrage wird ein
17-minütiger Videofilm gezeigt.
Auf der rechten Seite der Avenida Las
Américas, direkt an der Abzweigung zum Flughafen, liegt
das Museo Panteón La Caleta. Hier ist eine Grabanlage
der Taínos. Keine Öffnungszeiten, Einblick von außen ist
möglich. Anfahrt mit dem Guagua Richtung Boca Chica
(10).
Malecón:
(Geheimtipp für abends)
Der Malecón (Av. George Washington) ist
die Uferpromenade. Sie beginnt an der Mündung des Río
Ozama und endet 8 km westlich an der Carretera 30 de
Mayo (Fast 15 Km). Neben Luxushotels gibt es hier viele
Restaurants, Bars und kleinere Lokale. Zu den
Sehenswürdigkeiten an der Promenade zählt das Monumento
Fray Antón de Montesino. Dieser Dominikanermönch galt
als Fürsprecher der indianischen Bevölkerung und
forderte in seiner Adventspredigt im Jahre 1511 von den
Regenten der Kolonie Gerechtigkeit für die Taínos. In
der Nähe liegt der Frachthafen. Gegenüber dem Denkmal
sind Reste der alten Stadtbefestigung Fuerte de San José
zu sehen mit zwei Kanonen. Weiter stadtauswärts passiert
man gut erhaltene Reste der Stadtmauer und einen
Obelisken (1937) aus der Trujillozeit in der
Straßenmitte - im Volksmund El Macho genannt. Die
Frauenbilder stellen die Volksheldinnen der Trujillozeit,
die Schwestern Mirabal dar. Nächste Station ist der
Parque Eugenio María de Hostos. Hier und auf dem Malecón
wird zu Weihnachten, in der Woche vor dem 27. Februar
und in der letzten Woche im Juli ein Merenguefestival
gefeiert. Dann ist er für den Durchgangsverkehr
gesperrt.
An der Einmündung in die
Autopista
30 de Mayo
finden sie
die
Feria Ganadera,
ein grosser Marktplatz für
alle Landwirtschaftlichen Produkte, sowie
ein Denkmal für die Trujilloattentäter, die nach dem
Anschlag hingerichtet wurden. Es steht an der Stelle des
Attentats.
Besonders Abends ist hier viel los. Es
gibt an unterschiedlichen Stellen Essensstände, mit
riesigen Lautsprechern aus denen Merenguemusik dröhnt.
Nicht selten tanzen die Dominikaner spontan drauf los.
Einfach mittanzen und das karibische Flair genießen.
Kulturelles:
1. Casa
Alemana, Calle Isabel la Católica 212,
2. Casa
de Teatro (Experimentiertheater), Arzobispo Meriño 110,
Tel.: 689-3430,
3. Nuevo
Teatro (Unabhängiges dramatisches Theater), San Juan
Bosco 42, Tel.:682-5312.
4. Museo
de Trujillo (Trujillomuseum), Plaza Criolla, frei.
5. Museo
Numismático y Filatélico (Münz- und Briefmarkenmuseum),
Avenida México/ Pedro Henríquez Ureña (im Gebäude der
alten Banco Central), Tel.:
688-6512, Di-Fr 9.00-17.00.
6. Fundación García Arevalo (private
Sammlung der prähispanischen Kunst), AvenidaSan Martín
279, Tel.: 540-7777, mit
Voranmeldung, frei.
7. Museo
de las Atarazanas, Colón 4, Las Atarazanas,
Tel.:682-5834, 8.00-17.00, 10 RD$.
8. Museo
de Arte Moderno, Plaza de la Cultura, Tel.: 685-2153.
9.
Galería El Greco, Av. Tiradentes 16, Tel.: 562-5921,
Mo-Sa 8.00-18.00.
10.
Galería de Arte Nader, R. A. Sánchez 22, Tel.:
544-0878/79, Fax: 565-6204
11. La
Galería, Paraíso Ca. 6/13, Tel.: 566-4754, Mo-Fr
9.00-16.00.
12.
Galería de Arte Arawak S.A., Av.
Pasteur 104, Tel.:/Fax: 685-1661, Mo-Sa
8.30-12.30 u. 14.30-19.00.
Leben in Santo Domingo:
Santo Domingo hat wie alle
Millionenstädte viele Gesichter. Kleine Mädchen mit
bunten Kleidern und Schleifen im Haar und Menschen, die
sich im Schatten der Häuser bewegen, um ihre Haut so
blass wie möglich zu halten, gehören ebenso zum
Straßenbild wie der chaotische, lärmende Verkehr. Den
Alltag der Menschen erlebt man hautnah in der Avenida
Duarte, . Hier reihen sich auf den Bürgersteigen kleine
Verkaufsstände aneinander, die von Büchern, diversen
Kleidungsstücken, Musikkassetten, Obst bis hin zu
Haushaltswaren alles anbieten. Viele Händler haben auch
ihre Waren einfach auf dem Bürgersteig ausgelegt. Dann
wird schon mal ein Rock oder eine Hose auf der Straße
anprobiert. In dem dichten Menschengedränge haben die
Taschendiebe gute Arbeitsbedingungen. Also Vorsicht!
Ruhiger und gemütlicher geht es in den kleinen Parks und
auf den Grünflächen der Stadt zu. Schuhputzer und
Losverkäufer warten hier auf ihre Kunden und vertreiben
sich die Zeit mit dem Dominospiel. Ein völlig anderes
Bild wiederum bietet sich zum Beispiel in den Straßen
Avenida Winston Churchill und Avenida Abraham Lincoln.
Hier wurde in den letzten Jahren stark modernisiert.
Neben vielen guten Restaurants finden sie auch manche
große Einkaufszentrums mit Europäischen Standart. Das
bekannteste ist das Einkaufs und Shoppingzentrum "Plaza
Central" an der Ecke Avenida Winston Churchill und
Avenida 27. de Febrero.
Unterhaltung:
Ein vielseitiges Unterhaltungsprogramm
bieten am Abend die Luxushotels. Eine interessante
Diskothek ist die Guácara Taína in der Millenary-Grotte
im Parque Mirador del Sur. Hier finden auch
Folkloreabende statt. Reservierung 9.00-17.00 ist zu
empfehlen, Tel.:530-2662 / 533-1051.
Überschüssiges Urlaubsgeld kann man in
den Casinos der Luxushotels loswerden. Theater und
Konzerte finden im Teatro Nacional (Nationaltheater),
Reservierung Tel.: 682-7255, im Kulturpark und im
Palacio de Bellas Artes (Palast der Schönen Künste),
Tel.:
682-6384, Avenida Independencia/Máximo Gómez, statt.
Am "Malecón" treffen sich am Abend und an
den Wochenenden jung und alt. Die Merenguemusik dröhnt
aus den Lautsprecherboxen der Autos über die Straße. Es
wird getanzt und getrunken, und es ist nicht selten,
dass spät in der Nacht viele betrunkene Autofahrer den
Malecón unsicher machen.
Bingo wird von allen und in der ganzen
Republik gespielt. Das Caserio, Avenida Máximo Gómez,
ist das bekannteste Bingolokal der Stadt.
Hahnenkämpfe finden jeden Sa. und So. ab
15.00 Uhr im Stadtteil Herrera im Coliseo Gallístico de
Santo Domingo, Avenida Luperón, Tel.: 565-3844, statt.
Eine kleinere Arena befindet sich in der Avenida 30 de
Mayo, der westlichen Verlängerung des Malecón, Club
Gallístico La Altagracia.
Flohmärkte werden jeden Sonntag in der
Ecke Avenida Independencia / Avenida Churchill, und in
der Calle Vincente Duarte veranstaltet. Sie bieten ein
buntes und wildes Durcheinander von alltäglichen
Gebrauchsgegenständen. Schöne und seltene Dinge gibt es
hier nicht.
NACHTLEBEN:
In Santo Domingo gibt es Nachtklubs,
Diskotheken und Kasinos ebenso wie gemütliche Cafés. Für
jeden Geschmack findet sich etwas. Am Wochenende treffen
sich viele Einheimische an der Malecon, der mehrere
Kilometer lang gezogenen Küstenpromenade. Hier werden
auch oft Musikveranstaltungen abgehalten. In zahlreichen
Hotels werden Folkloreabende veranstaltet.
Perico-ripiao-Trios begleiten Tänze wie Salsa
und Merengue. Unter verschiedenen anderen Plätzen
finden regelmäßig in der Casa de Francia und auf
der Plaza de la Cultura in Santo Domingo Konzerte
und andere kulturelle Veranstaltungen statt.
EINKAUFSTIPPS:
Wunderschöner Schmuck und andere
Souvenirs aus Bernstein, z. T. mit eingeschlossenen
Insekten, Blättern oder Tautropfen. Aus Larimar
(Türkis) und aus den milchig-blauen und rosafarbenen
Gehäusen von Meeresschnecken wird ebenfalls Schmuck
hergestellt. Typisch sind auch Schaukelstühle,
Holzschnitzereien, naive Malerei, Makramé, Korbwaren und
Arbeiten aus Kalkstein.
Öffnungszeiten der Geschäfte:
Mo-Sa 08.00-18.00 Uhr.
Sonntags haben viele Geschäfte bis 13.00
Uhr geöffnet.
Rundgang durch die "Ciudad Colonial":
Mit seinen kolonialen Gebieten, die den
Ozama-Fluss entlang der Hafenallee und die wunderschöne Malecón (Seeseite)
bis hin zu den Gewässern des
karibischen Meeres säumen, weitet sich die Stadt
östlich und westlich mit modernen Alleen und Wegen zur
geistigen Entspannung weiter aus, die eine Umgebung
reich an einzigartigen Kontrasten in seiner Art bietet.
Den Rundgang würde ich in meiner
Lieblingsstraße beginnen, der Calle Las Damas. Sie ist
die älteste Straße der ersten Hauptstadt Amerikas und
immer, wenn ich sie durchschreite - wobei ich
vergesse, was mich umgibt - sehe ich dort Doña María de
Toledo promenieren, begleitet von ihren spanischen
Hofdamen.
Wir kommen zum Paseo de los Nichos
(Nischenpromenade), einer bezaubernden
Fußgängerzone, die heute den Namen eines berühmten
Bürgers trägt, Dr. Arturo Pellerano Alfáu, dem Gründer
der Tageszeitung Listín Diario.
Vor uns sehen wir dann ein
Militärkomplex, aus dem sich der Huldigungsturm
erhebt, ein massiver Turm des Mittelalters, der von 1503
bis 1507 auf Befehl des Fray Nicolás de Ovando erbaut
wurde. Es ist das älteste militärische Bauwerk und
darauf wehten von 1503 bis 1925 die
Fahnen aller sieben Nationen, die uns militärisch
besetzt hatten. Ein volkstümliches Couplet, das
von Pater Vázquez stammen soll, beschreibt diese
leidvolle Situation auf folgende Art: "Gestern wurde
ich als Spanier geboren, am Nachmittag war ich Franzose,
in der Nacht Äthiopier, heute sagt man, ich sei
Engländer, ich weiß nicht, was aus mir werden wird...“
Die Geschichte der Festung ist
voller interessanter Ereignisse. Am 9. Juli 1509
hielt dort Don Diego Kolumbus in einer pompösen
Zeremonie seinen triumphalen Einzug. Don Diego
Kolumbus, der auch die Titel Vizekönig der Neuen Welt,
Admiral des Ozeanischen Meeres, I. Herzog von Veragua,
I. Graf von Jamaika und Gouverneur der Insel Hispaniola
innehatte, wurde von seiner Gemahlin begleitet, der
Vizekönigin María de Toledo. Außerdem folgten ihm seine
Onkel Bartholomäus und Diego Kolumbus und sein Bruder
Fernando, ein unehelicher Sohn des Admirals Christoph
Kolumbus, sowie ein Gefolge von Rittern mit ihren
Ehefrauen und deren Hofdamen.
Im Vorhof des Platzes können wir
eine Statue heroischen Ausmaßes von Gonzalo
Fernández de Oviedo sehen, einem Chronisten, der um
1533 in den uralten Mauern des Turmes ”Die Allgemeine
Geschichte Westindiens“ schrieb.
Teil der militärischen Anlage bildet das
Bastidas-Haus. Rodrigo de Bastidas war 1512
Ehrenbürgermeister der Stadt Santo Domingo, und
dort, in seinem ehemaligen Herrenhaus, sind heute
kulturelle Institutionen und ein Laden untergebracht
wo Sie feine kunstgewerbliche Artikel erstehen können .
Vor uns steht jetzt eines der ersten
fünfzehn Gebäude, deren Bau 1504 von Ovando angeordnet
wurde. Heute beherbergt es das Büro der Gesellschaft der
dominikanischen
Bücherfreunde, einer Vereinigung, deren Hauptziel es
ist, literarische Werke zu retten, die dominikanische
Themen behandeln. Diese werden dann in Luxusausgaben
herausgebracht und an die Mitglieder ausgegeben. Dem
westlichen Weg folgend liegt nach Überqueren der Straße
El Conde das Haus von Hernán Cortés. Auch dieses ist
eins der fünfzehn Häuser von Ovando und man nimmt
an, dass dort der Schreiber die Strategie seiner
Expedition ersann, um Moctezumas Krone in Mexiko zu
erobern. Gleich dahinter finden Sie den ”María de
Toledo“ - Platz , an dem jeden Sonntag ein
Flohmarkt besucht werden kann. Dieses Gebäude mit
strenger Fassade wurde zwischen 1714 und 1745
erbaut, um die Jesuitenkirche zu beherbergen. Es wurde
1958 restauriert und in das Panteon Nacional
(Nationalpantheum) umgewandelt. Das
Hauptschiff bildet zusammen mit den seitlichen Kapellen
ein Kreuz und seine Überschneidung ist eine Kuppel, an
dem ein grandioser Bronze - Kronleuchter aufgehängt
ist. Dieser war ein Geschenk des
Generalissimi Francisco Franco an die dominikanische
Regierung, Spaniens
Beteiligung an der Restauration des
Bauwerkes.
Neben dem Panteón Nacional befindet sich
das Casa de los Jesuitas (Haus der Jesuiten) , eines
der ältesten Gebäude der Stadt. Befehlshaber Nicolas
de Ovando ordnete seinen Bau im frühen 16.
Jahrhundert an. Zuerst Sitz der Universidad de Gorjón (Gorjón-Universität)
wurde das Gebäude dann im Jahr 1711
zum Haus der Jesuiten. Der Gebäudekomplex
hat eine Grundfläche von 788 Quadratmetern in Form eines
Vierecks und teilt sich mit dem Casa de Villoria und den Casa
de las Gárgolas einen Innenhof. Heute beherbergt es
Teile des Museo de Las Casa Reales (Museum des
Königlichen Hauses) und das Büro der Fundación Dominicana para el
Desarollo (Dominikanische Vereinigung für
Entwicklung), die Institution, die die Restauration
finanzierte. Laut der Legende kann man
seltsame Geräusche hören, die von den Seelen einiger
”guten“ Jesuiten in ihrem Leid stammen sollen.
Gegenüber sehen wir das Casa de los Dávila (Dávila -Haus)
und das Casa del Comendador de Lares ( Haus des Commandeurs
von Lares ), Nicolás de Ovando. Es zeichnet
sich durch einwunderschönes gotisch-elisabethanisches
Portal aus, das einmalig in der Neuen Welt ist und von
Kunsthistorikern als ein Juwel des Allgemeininteresses
angesehen wird. Daneben ein bezauberndes Gebäude, das
fast vollkommen aus Backsteinen errichtet ist ,
ein Ort der Besinnung: Die Kapelle der Heiligen Jungfrau
der Heilmittel. Es war die Privatkapelle des Dávila -
Hauses ,wo sich alle Bürger der Stadt beim
Angelusgeläute versammelten , um zu Ehren der
Menschwerdung zu beten.
Daneben sieht man die im Jahre 1753 von
Franciscode Rubio y Peñaranda errichtete Sonnenuhr.
Sie zeigt immer noch die genaue Stunde unter der
strahlenden Tropensonne an. Von diesem Platz aus dominieren imposante
Betonzylinder die Umgebung . Carlos Cruz - Diez hat sie als modernes
Kunstwerk des Stadtteils Villa Duarte geschaffen, indem
er die alten Silos der Mühle durch einen Fächer
von bunten Farben
wiederaufleben ließ.
Las Casas Reales - die Königliche
Residenz
Der Komplex höchster architektonischer Pracht, der jetzt
vor uns liegt, gehört zur Königlichen Residenz aus der
Kolonialzeit. Hier wurde die Real Audiencia (Königlicher
Gerichtshof) gegründet, das oberste Gericht mit
Gerichtsbarkeit in der gesamten Neuen Welt, das König
Ferdinand am 5. April 1511 mit Sitz in
Santo Domingo ins Leben rief. Später war hier der Palast
der Gouverneure und das Generalkapitanat. Die Real
Audiencia schränkte sorgsam die Autorität
des Vizekönigs Don Diego Kolumbus ein. Aus Anlass der
Abtretung des östlichen Teils der Insel Hispaniola an Frankreich
durch den Vertrag von Basel im Jahre 1795 wurde die Real
Audiencia am 12. November 1799 nach Kuba verlegt. An der
südlichen Fassade der Königlichen Häuser, die in
Richtung der Straße Mercedes geht, können
wir das einmalig in der Welt existierende Wappen der
Königin Johanna von Kastilien bewundern, die auch
als ”Juana, die Verrückte“ bekannt ist, Gemahlin Philipp
des Schönen.
Heute, mehr als drei Jahrhunderte nach der Anwesenheit
Spaniens auf der Insel, ist es im Museum der Königlichen
Häuser öffentlich ausgestellt. Wenn wir das Gefälle
der Straße Las Damas hinuntergehen, können wir rechts
das Stadttor von San Diego sehen, Eingang zu der
bewehrten Stadt vom Hafen aus Die Stadtmauer wurde
zwischen 1540 und 1555 errichtet.
In der Straße Isabel la Católica, links von der Plaza
de la Contratación, befindet sich La Casa del Cordón (Das
Haus der Kordel), das zu Beginn des 16. Jahrhunderts
erbaut wurde. Es ist das erste in Santo Domingo
errichtete Wohnhaus. Sein ursprünglicher Besitzer,
Francisco de Garay, kam mit Christoph Kolumbus auf
seiner ersten Reise hierher. Es ist überliefert, dass
Garay die erste Person war, die das Amt eines
öffentlichen Notars bekleidet
und dass er großen Reichtum durch Immobilien
ansammelte. Als König Ferdinand Francisco Tapia zum
Bürgermeister von Santo Domingo de Guzmán
ernannte, musste Don Diego Kolumbus auf Empfehlung des
Königs hin den Huldigungsturm als Wohngebäude
aufgeben und lebte vorübergehend mit
seiner Gemahlin und dem Gefolge im Haus der Kordel. Dort
wurden 1510 bzw. 1511 seine Töchter Felipa und María
geboren. Heute ist es der Hauptsitz der Dominikanischen
Volksbank, die die Restaurierung dieses alten
Gebäudes finanziert hat. Besichtigungen sind gratis.
Las Reales Atarazanas (Die königlichen
Schiffswerften)
Der künstlerische Ausdruck der Architektur des 15.
und 16. Jahrhunderts erhält seinen früheren Glanz zurück
in den alten, großen, restaurierten Häusern der Atarazanas. Die enge Straße, die diese Häuser kaum
merklich vom Grundstück des Admirals gegenüber dem
Kolumbuspalast trennt, bietet dem Besucher
Gelegenheit, sich an eine längst vergangene Zeit zu
erinnern. Eine Zeit, die mit Ereignissen angefüllt
war, die untrennbar mit dem historischen Erbe Amerikas
verbunden sind. Es scheint fast so, als ob aus seinen
rustikalen, großen und eifrig bewachten Fenstern die
eine oder andere, nach dem Brauch der Epoche
gekleidete, Dame herausschaut. Sie verdeckt einen
Teil ihres errötenden Gesichts mit dem Fächer, um den
Herren und Damen des Gefolges, die in dieser Stadt den
ersten Spanischen Hof in der Neuen
Welt errichteten einen höflichen Gruß zu entbieten.
Gegenüber der
im 2O. Jahrhundert rekonstruierten Stadtmauer steht ein
prächtiges Monument des 16. Jahrhunderts, vollkommen aus
Backsteinen erbaut, wo das älteste Vertragshaus und die
erste Zollbehörde der Neuen Welt untergebracht
waren. Die Reales Atarazanas (Königliche
Schiffszeughäuser) bilden ein eindrucksvolles Gebäude,
das in seiner Art einzig in Amerika ist. In Europa
kommen ihnen nur die Atarazanas Reales von Barcelona
gleich, die ebenfalls als ein architektonisches Juwel
des katalonischen Hafens angesehen werden. Wenn Sie am
Festungsturm vorbeigehen, finden Sie eine herrliche
Promenade neben dem Platz, wo Christoph Kolumbus auf
seiner zweiten Reise in die Neue Welt seine Karavellen
vertäute. Von hier aus können wir den Faro de Colón
sehen, in dem die sterblichen Reste von Christopher
Kolumbus ruhen. Es ist das bedeutendste Denkmal, das in
diesem Jahrhundert errichtet wurde, um sein Andenken zu
bewahren.
Hier können wir am Ostufer des Ozama
- Flusses auch die Kapelle des Rosenkranzes
sehen. Sie ist die älteste Kirche der Stadt und wurde
1496 errichtet, als sich die erste Siedlung an diesem
Ort, die La Nueva Isabela genannt wurde, auf jener Seite
des Flusses befand. Es gibt Unterlagen darüber, dass
Fray Bartolomé de las Casas dort 1544 eine Messe hielt,
um die Expedition zu segnen, die
zur Kolonisierung Guatemalas
auszog.
Wenn wir die
ansteigende Straße hochgehen, wo sich die Geschäfte des
Kunsthandwerks befinden, kommen wir auf die Straße
Isabel la Católica, die ehemalige Einkaufsstraße, und
wenn wir nach rechts abbiegen, stoßen wir
schließlich auf einen Komplex, bestehend aus kolonialer
Kirche und Festung, einmalig in der
Stadt. Die Kirche und Festung von Santa Barbara liegen
im dem Steinbruch, aus dem das Material für den Bau
fast aller schon beschriebenen Monumente und der um 1574
errichteten Mauer der Altstadt entnommen wurde. Hier
wurde Juan Pablo Duarte, der Vater der Unabhängigkeit,
getauft.
Von den Gärten der Festung aus hat
man einen anderen Ausblick auf die
Altstadt. Man kann sich unterhalb der
Festung kurz ausruhen und dann den Rundgang wieder
aufnehmen, diesmal durch die Straße Arzobispo Meriño, wo
wir das Casa de la Moneda (Haus der Münze) betrachten
können. An der Kreuzung der Straßen Delmonte und Tejada sehen Sie
zur Rechten die Ruinen des Klosters des Heiligen
Franziskus, das 1512 erbaut wurde. Hier wurde Guarocuya
erzogen, der später auf den christlichen Namen
Enriquillo getauft wurde. Auf der Straße Arzobispo Meriño
Ecke Luperón, liegt rechts San Nicolás de
Bari, das erste Hospital der Neuen Welt. Darin gab es
die erste Kapelle der Heiligen Jungfrau der
Hohen Gnade, der Schutzpatronin des dominikanischen
Volkes. Das Gebäude des Hospitals wurde 1503 erbaut und
hat seine majestätische architektonische Gestalt
durch die Jahrhunderte hindurch bewahrt.
Parque Colon -Kathedrale Santa Maria de
la Encarnación
Wenn wir auf der Straße Arzobispo Meriño bis zur
Kreuzung mit der Straße El Conde weitergehen, dann gelangen wir
in eine wunderschöne Fußgängerzone
,in der Sie viele verschiedene nationale oder auch
internationale Dinge kaufen können. Hier finden Sie die
ältesten Geschäfte und Juwelierläden der Kolonialstadt.
Unter diesen Tatsachen unserer Geschichte ist es
einfach unvermeidbar, sich daran zu erinnern, dass unser
Land das alte ”Casona“ (großes Haus) Amerikas und eine verborgene Schatzkiste
für all diejenigen ist, die es mit uns teilen.
Bei einer Zählung kommt man in der
Kolonialzone auf etwa dreihundert Monumente,
Kirchen, Straßen und Wohnhäuser. Sicherlich ist es aber
nicht empfehlenswert, alle in einer
einzigen Reise zu besuchen. Was Sie sich allerdings
nicht entgehen lassen sollten, ist der Besuch einer der
Orte, auf die die Dominikaner wirklich stolz sind
: die Kathedrale Santa Maria de la Encarnación, die
erste Erzbischöfliche Kathedrale der Neuen Welt.
In der Zeitepoche, in der die Renaissance in Spanien
eine Etappe der Anpassung durchlebte,
erhielt der Architekt Alonso de Rodríguez durch
Königlichen Erlass am 25. Mai 1510 den Auftrag zum Bau
einer Kathedrale in Santo Domingo de Guzmán. Am 13.
Juni des gleichen Jahres lief er mit elf Konstrukteuren
und zwei Steinmetzen zur Insel Hispaniola aus. Don Diego
Kolumbus legte den Grundstein und die Arbeiten gingen
voran. Jedoch weckte die Bewegung, die durch die
Expeditionen der Eroberer auf der Insel
ausgelöst wurde, in den Arbeitern den Wunsch,
selbst dem Abenteuer nachzueilen und sie lösten
ihre Verträge auf. Alonso de Rodríguez trat mit den
Bauplänen seine Reise nach Mexiko an und errichtete dort
die Kathedrale im heutigen Mexiko-City.
1519 kam der Bischof Alejandro Geraldini
auf die Insel, und als er feststellte,
dass die Kathedrale noch eine Hütte war, während die
Gläubigen in kleinen Palästen wohnten, beklagte er sich
bitter darüber. Er versuchte, die Bauarbeiten wieder
aufzunehmen und legte am 25. März 1521 symbolisch einen
neuen Grundstein. Zwei Jahre später gelang ihm
schließlich der Beginn der neuen Arbeiten, die 1540
- siebzehn Jahre später - als beendet angesehen
wurden, obwohl der Glockenturm auch heute noch
unvollendet ist. Die Kathedrale ist eine Mischung aus
Elementen der Gotik und der Renaissance, und obwohl die
klassischen Formen vorherrschen, sieht man viele
Einzelheiten der Spätgotik. Papst Paul III erhob sie
1546 zur Ersten Erzbischöflichen Kathedrale der
Neuen Welt, womit man ihr kirchlichengeistliche
Überlegenheit über die anderen in der Neuen Welt
gegründeten Kirchen verlieh
, eine Oberhoheit, die sie zum Mittelpunkt der
Christenheit der westlichen Hemisphäre machte. Außer dem
Hauptaltar hat das Bauwerk noch vierzehn Kapellen, in
denen die Asche vieler berühmter Persönlichkeiten
aufbewahrt wird, die in der Erinnerung des Volkes
niemals sterben werden.
Drei Portale gewähren Zutritt ins
Innere. Eins an der Nordseite, gegenüber dem
Kolumbus-Park. Das Südportal, das auf den Priesterplatz
geht, ist auch als das Tor der Vergebung bekannt. Das
Eintreten durch dieses Tor bedeutete früher Vergebung
für viele Politisch-Verfolgte. Das geschah in Zeiten,
da es noch keine internationalen Abkommen oder Verträge
gab, die durch politisches Asyl das Leben der Gegner
des jeweiligen Regimes schützten. Auch wenn es
heute Abkommen und Verträge zum Schutz des Lebens gibt,
glaube ich, dass wir mehr denn je
viele Tore der Vergebung brauchen. Das Hauptportal im
Plateresk - Stil erreichen wir durch einen Vorhof,
der während der haitianischen Herrschaft im 19.
Jahrhundert in einen Markt verwandelt wurde.
El Conde - Die Flaniermeile der Reichen
und Schönen
Die Straße "El Conde" ( Straße des Grafen
), Hauptgeschäftszentrum der Kolonialzone von Santo
Domingo,ist vom Kolumbus - Park bis zum
Unabhängigkeitspark gepflastert und die einzige
Fußgängerzone der Stadt. Hier finden Sie die vornehmsten
und elegantesten Geschäfte der dominikanischen
Hauptstadt. Sie trägt ihren Namen
zu Ehren des Grafen von Peñalva , Gouverneur der Hispaniola
- Insel, der 1655 verhinderte, dass England die Stadt
einnahm. Am Parque de la Independencia (Unabhängigkeitspark)
können Sie die Reste der Stadtmauer
sehen, die die koloniale Stadt schützte.
Nach Betreten des Parque de la
Independencia könne Sie im Inneren des
Mausoleums die sterblichen Reste der Väter der
Unabhängigkeit (Duarte, Sanchez und Mella)
besichtigen. An der Vorderseite des El-Conde-Stadttors
brennt für sie eine ewige Flamme zum Zeichen der
Verehrung und des Respekts des dominikanischen
Volkes vor ihrer Heldentat.
In Richtung Norden befindet sich die
Fuerte de la Concepción, ein militärischer Wachtposten
des 17. Jahrhunderts. Auf der Palo-Hincado-Straße in
südlicher Richtung befindet sich die Puerta de la
Misericordia (Stadttor des Erbarmens). Hier war es, wo
Ramón Matías Mella den Schuss abgab, der am 27. Februar
1844 die nationale Unabhängigkeit verkündete.